Im Juli und August sind wir mit den ersten beiden Wochenend-Workshops unseres Projekts Wissen.Teilen.Gestalten. gestartet. Bei beiden Workshops waren jeweils mehr als 20 Menschen dabei. Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensrealitäten, Altersgruppen und Wissensständen kamen zusammen, haben miteinander gelernt, diskutiert, ausprobiert und vor allem auch viel Spaß gehabt.
Vom 17. bis 19. Juli ging es im Naturfreundehaus Laacherseehaus um den Lebensraum Gewässer. Wir haben uns mit Gewässern als Lebensräumen beschäftigt, über ökologische Zusammenhänge gesprochen und gemeinsam überlegt, wie Naturwissen so vermittelt werden kann, dass möglichst viele Menschen gut daran teilhaben können.
Dabei haben wir bewusst nicht nur mit klassischen Inputs gearbeitet. Viele Inhalte wurden auf Flipcharts visualisiert, weil Bilder, Symbole und einfache Darstellungen helfen können, Hürden abzubauen und komplexe Zusammenhänge verständlicher zu machen.
Natürlich wollten wir das Ganze nicht nur am Flipchart besprechen. Direkt am Laacher See haben wir gemeinsam nach Wasserinsekten gesucht, genau hingeschaut, bestimmt und ausprobiert und konnten auch die Mofetten beobachten, an denen Kohlendioxid aus dem vulkanischen Untergrund austritt. Dadurch wurde vieles, worüber wir vorher gesprochen hatten, direkt sichtbar und erlebbar. Genau diese Verbindung aus Wissen, Naturbeobachtung und eigenem Ausprobieren war für uns ein wichtiger Teil des Wochenendes.
Eine Besonderheit des ersten Workshops war außerdem die Kinderbetreuung. So konnten auch Menschen teilnehmen, für die ein ganzes Bildungswochenende sonst nur schwer möglich gewesen wäre. Gleichzeitig haben wir viele praktische Übungen, Spiele und Methoden ausprobiert, die die Teilnehmenden als Multiplikator*innen in ihr mögliches Engagement mitnehmen können. Es ging also nicht nur darum, selbst Neues zu lernen, sondern auch darum, Ideen dafür mitzunehmen, wie Naturschutzthemen später mit anderen vermittelt werden können.
Vom 14. bis 16. August ging es dann im Naturfreundehaus Fritz Bohne in Gelsenkirchen um den Lebensraum Stadt. Auch hier haben wir viel visualisiert, gespielt, ausprobiert und mit praktischen Methoden gearbeitet. Zusätzlich gab es Unterstützung in einfacher Sprache, um Inhalte noch zugänglicher zu machen und möglichst viele Menschen aktiv in die Gespräche einzubeziehen.
Bei unserer Exkursion zum Biomassepark und Grünlabor Hugo konnten wir erleben, wie Stadtnatur gestaltet werden kann und welche Lebensräume in ehemals stark industriell geprägten Räumen entstehen. Besonders spannend war außerdem der Besuch der Umweltbehörde Gelsenkirchen und von NaturGarten e.V.. Gemeinsam haben wir uns nicht nur theoretische Beispiele angeschaut, sondern direkt selbst losgelegt. Im Garten des Naturfreundehauses haben wir Ideen der Naturgartengestaltung praktisch umgesetzt, geplant, ausprobiert und gemeinsam angepackt. Das hat allen sichtbar viel Freude gemacht und war einer dieser Programmpunkte, bei denen man direkt sehen konnte, was gemeinsam entstanden ist.
Neben den fachlichen Inputs und Arbeitsphasen blieb an beiden Wochenenden Zeit für gemeinsames Essen, Spielen, Gespräche und Lachen. Und natürlich wurde auch getanzt. Gerade diese Mischung aus Lernen, Ausprobieren und gemeinsam Zeit verbringen hat beide Workshops besonders gemacht.
Für unser Projekt waren die beiden Wochenenden außerdem wichtig für die Ausstellung, die im weiteren Verlauf von Wissen.Teilen.Gestalten. entstehen wird. Wir konnten viele Ideen, Rückmeldungen und Erfahrungen sammeln. Welche Inhalte interessieren Menschen besonders? Welche Visualisierungen helfen beim Verständnis? Welche praktischen Methoden machen Lust auf Naturschutz? Und wie können Themen so aufbereitet werden, dass sie möglichst zugänglich sind? All das nehmen wir jetzt mit in die weitere Entwicklung der Ausstellung.
Die ersten beiden Workshops haben sehr schön gezeigt, was wir mit Wissen.Teilen.Gestalten. erreichen wollen: Hürden abbauen, Naturschutzwissen nicht einfach nur weitergeben, sondern gemeinsam erarbeiten, verständlich machen und praktisch ausprobieren. Und wir möchten Menschen Methoden mitgeben, mit denen sie selbst wieder andere erreichen können.
Wissen.Teilen.Gestalten. wird von der NRW-Stiftung gefördert. Dank dieser Unterstützung können wir Naturschutz, Bildung und Teilhabe miteinander verbinden und genau solche Formate möglich machen.
