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  1. Startseite

Wie Sprache Teilhabe möglich macht

In unserem Projekt stabil & inklusiv verfolgen wir im Gelsenkirchener Fritz Bohne Haus das Ziel, Barrieren abzubauen und möglichst viele Menschen willkommen heißen zu können. Dabei stellt sich immer wieder die grundlegende Frage, wie unsere Angebote noch zugänglicher und inklusiver gestaltet werden können.

Denn nicht alle Hürden sind sichtbar: Sprache gehört zu den unsichtbaren Barrieren, die viele Menschen im Alltag ausschließen können.

Vor diesem Hintergrund wollten wir uns noch intensiver mit der Frage beschäftigen, wie wir möglichst viele Menschen erreichen und verständlich ansprechen können.

Im Rahmen der gemeinsamen Arbeit am Respekt Spiel in Leichter Sprache haben wir die Mitarbeitenden des Büros für Leichte Sprache der Lebenshilfe Oberhausen kennen und schätzen gelernt. Dementsprechend lag es nahe, sie zu einem Einführungsworkshop einzuladen. 

Mitte Mai waren zwei Mitarbeitende der Lebenshilfe bei uns im Fritz-Bohne-Haus, um einige ehrenamtliche NaturFreund*innen und das hauptamtliche Team in den Grundlagen der Leichten Sprache zu schulen. Dabei wurde schnell deutlich: Leichte Sprache ist nicht nur eine Sprache, sondern vor allem auch eine Haltung:

• Ich nehme den Anderen ernst.

• Ich will:

Der Andere versteht mich.

• Es geht nicht darum:

Ich will nur meine Themen loswerden.

Zum Beispiel:

Weil ich wenig Zeit habe.

Ich spreche mit dem Anderen.

Nicht über ihn.

• Ich behandle den Anderen gleich.

• Ich bin auf Augen-Höhe mit dem Anderen.

• Ich möchte eine Verbindung zu dem Anderen haben.

Auch der Unterschied zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache wurde im Workshop verdeutlicht: Leichte Sprache folgt festen Regeln und wird von Muttersprachler*innen überprüft. Diese prüfen beispielsweise Texte darauf, ob sie wirklich verständlich sind.

Einfache Sprache hingegen ist weniger stark geregelt und bleibt im Vergleich zur Leichten Sprache weniger konsequent barrierearm und kann daher immer noch ausschließend wirken. Um auch dies noch in Leichter Sprache zu sagen:

Das ist das Ziel von der Leichten Sprache:

Jeder Mensch kann Sprache

besser verstehen.

Menschen können mit Leichter Sprache

• einander besser verstehen.

• Schrift-Sachen besser verstehen.

• So besser teilhaben.

Und mitmachen.

Leichte Sprache ist ganz wichtig für

die Inklusion

Im zweiten Teil des Workshops hatten wir die Gelegenheit, eigene Texte in Leichte Sprache zu übersetzen. Dabei wurde schnell deutlich, dass dies, besonders ohne Übung, gar nicht so einfach ist. Uns wurde bewusst, dass es Zeit und regelmäßiges Training braucht, um Leichte Sprache sicher in den Arbeitsalltag zu integrieren, dies aber ungemein wichtig ist. Denn:

Leichte Sprache ist besonders gut für Menschen:

• mit Lern-Schwierigkeiten

• die nicht so gut lesen und schreiben können

• mit Sprach-Problemen

• mit Sprech-Problemen

• mit der Krankheit Demenz

• die nicht so gut Deutsch können.

In Deutschland ist das einer von 10 Menschen.

Das sind in Nordrhein-Westfalen

ungefähr 1,8 Millionen Menschen.

Dementsprechend schließen wir viele Menschen aus, wenn wir uns nicht mit Leichter Sprache auseinandersetzen.

Der Workshop hat wieder einmal deutlich gemacht, wie wertvoll es ist, sich immer wieder weiterzubilden und unterschiedliche Lebensrealitäten kennen zu lernen. Wenn wir den Blick über unsere eigenen Blasen hinaus öffnen, können wir voneinander lernen, neue Zugänge schaffen und mehr Möglichkeiten für Kontakt und Teilhabe eröffnen. So gehen wir Schritt für Schritt in Richtung einer inklusiveren Gesellschaft.

Wenn ihr euch ebenfalls für das Thema interessiert, euch insgesamt mit Barrierefreiheit auseinandersetzen möchtet oder eigene Ideen und Bedarfe habt, meldet euch gerne beim Team von stabil & inklusiv.

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