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  1. Startseite

Wenn alle Menschen so leben würden wie die Deutschen...

© NaturFreunde NRW e.V.

… wären die natürlichen Ressourcen der Erde nach 129 Tagen, also heute am 10. Mai 2026, bereits aufgebraucht.

Der Erdüberlastungstag (engl. Earth Overshoot Day) ist ein statistisches Rechenmodell des Global Footprint Network. Es verdeutlicht, wie stark wir die Natur übernutzen, indem es die Biokapazität der Erde – also die Fähigkeit der Natur, Ressourcen zu erzeugen und Abfälle abzubauen – mit dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit vergleicht.

Um den Verbrauch von Ressourcen messbar zu machen, wird die Einheit des globalen Hektars (gha) verwendet. Sie gibt an, wie viel biologisch produktive Fläche notwendig ist, um unseren Lebensstil zu ermöglichen. Dabei wird berücksichtigt, dass Böden unterschiedlich fruchtbar sind (ein Hektar Wüste ist nicht mit einem Hektar Regenwald vergleichbar).

Der ökologische Fußabdruck umfasst jedoch weit mehr als nur den Verbrauch von Rohstoffen wie Wasser, Holz oder Nahrung. Auch Müll, Emissionen und insbesondere CO₂ werden einbezogen. Ein zentraler Faktor ist beispielsweise die Waldfläche, die benötigt wird, um den von uns verursachten CO₂-Ausstoß zu binden. Dieser Posten macht den größten Anteil unseres ökologischen Defizits aus.

Die Berechnung des Erdüberlastungstags erfolgt nach folgender Formel:

Tage bis zum Overshoot Day = 365 × Biokapazität (gha) / ökologischer Fußabdruck (gha)

Mit einem durchschnittlichen Fußabdruck von 4,6 globalen Hektar pro Person (nachlesbar auf der Footprint Data Platform: www.data.footprintnetwork.org) würde die Menschheit 2,8 Erden benötigen, wenn alle so leben würden wie wir hier in Deutschland.

Diese Problematik ist nicht neu. Schon seit den frühen 1970er-Jahren verbrauchen wir weltweit jedes Jahr mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum regenerieren kann. Besonders kritisch ist die aktuelle Entwicklung, denn der deutsche Erdüberlastungstag hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 Tage nach vorne verschoben. Das zeigt deutlich, dass Deutschland beim Ressourcenverbrauch weiterhin über seine Verhältnisse lebt und nachhaltigere Lebensweisen dringend notwendig sind.

In vielen anderen Ländern fällt der Erdüberlastungstag sogar noch früher. Dazu zählen unter anderem Katar, die Mongolei, Kanada, die Arabischen Emirate, die USA, Australien, Russland und einige EU-Länder. Würden alle Menschen so leben wie in diesen Ländern, wären die natürlichen Ressourcen der Erde noch schneller erschöpft.

Die Folgen dieses hohen Ressourcenverbrauchs zeigen sich deutlich in den planetaren Grenzen, insbesondere bei der Unversehrtheit der Biosphäre, dem Klima-wandel und den Landnutzungsänderungen. Durch Abholzung für Landwirtschaft, Überfischung, steigende Treibhausgasemissionen, Umweltverschmutzung und intensive Monokulturen werden Ökosysteme weltweit geschwächt und Lebensräume zerstört.

Unser Lebensstil verbraucht also nicht nur zu viele Ressourcen, sondern destabilisiert gleichzeitig die natürlichen Erdsystemprozesse, die diese Ressourcen überhaupt bereitstellen. Ohne gesunde Erdsysteme

begeben wir uns in eine unsichere bis stark risikoreiche Zukunft, in der die Umweltfolgen immer schwerer vorhersehbar werden.

Deshalb braucht es ein grundlegendes Umdenken in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Eine sozial-ökologische Transformation ist notwendig, um unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig Lebensqualität sowie globale Gerechtigkeit zu sichern. Nur wenn wir nachhaltiger handeln und umweltfreundliche Lösungen fördern, können wir langfristig innerhalb der planetaren Grenzen leben.

Wer sich fragt, wie das konkret im Alltag gelingen kann, ist herzlich eingeladen, sich aktiv am Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ (gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW) des Landesverbands der NaturFreunde NRW zu beteiligen.

Aktuell werden noch NaturFreunde-Ortsgruppen und Initiativen gesucht, die Lust haben, vor Ort im Rahmen der planetaren Grenzen ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsangebot umzusetzen. Unsere Projektreferentin Adriana unterstützt und begleitet euren Entwicklungsprozess.

Lasst uns gemeinsam auf lokaler Ebene wissen, wirken und wandeln.

Schreibe bei Interesse eine E-Mail an Adriana

Düsseldorf, 10.05.2026.

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