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Veranstaltungen

Im Rahmen des Projekts haben wir eine Vielzahl von Veranstaltungen druchgeführt. Hier eine Auswahl:

Film-Preview: „Chronically Radical: Behindert, Verrückt, Taub im Widerstand“

Chronically Radical: Behindert, Verrückt, Taub im Widerstand

Sonntag, 1. Dezember 2024 um 16 Uhr in Anwesenheit der Filmemacher*innen, Naturfreundehaus Köln-Kalk, Kapellenstraße 9a, 51103 Köln

Eine Reise zu verschiedenen Orten des Behinderungswiderstands und -aktivismus. Wie kämpfen wir als behinderte Menschen für ein gutes Leben für alle?

Der Film begleitet chronisch Kranke, Taube, neurodivergente, behinderte… Menschen, die sich politisch engagieren, und lädt ein, uns dem Kampf anzuschließen. Ihr Widerstand richtet sich gegen Ausschluss im öffentlichen Leben und in politischen Bewegungen. Sie kämpfen mit altbekannten und neu geschaffenen Mitteln, mit Parteipolitik, Online-Organisierung, Demos oder direkten Aktionen.

Wir sind dabei: In Räumen für Lernen und Vernetzung genauso wie in Lützerath, auf der Straße und bei Kletteraktionen. Wir lernen Ideen und Möglichkeiten kennen, um gemeinsam zugängliche Orte und Bewegungen zu bauen, und Ableismus die Stirn zu bieten.

Lian und Delila machen seit vielen Jahren Filme über politische Bewegungen deren Teil sie sind. Beim letzten Film, „Radical Resilience“ (2020), ging es um regenerativen Aktivismus. Durch Lians chronische Krankheit haben sie, wie viele andere, erfahren, wie es ist aus Bewegungen rauszufallen und wie sich Ableismus anfühlt. Diese Erfahrungen haben sie dazu veranlasst, „Chronically Radical“ zu machen.

Der Film ist mehrsprachig und wurde bei dieser Vorführung mit fortlaufender Untertitelung auf Deutsch gezeigt.

Regenerativ aktiv sein und bleiben - Kostenfreie Workshopreihe

Was brauchen wir, um uns dem gesellschaftlichen Rechtsruck und unserer Verzweiflung angesichts der Klimakrise zu stellen? Wie behalten wir den langen politischen Atem angesichts der politischen und ökologischen Verwerfungen, die uns bevorstehen?

Unsere Workshopreihe richtet sich an alle, die in sozialen Bewegungen aktiv sind und nach nachhaltigen und regenerativen Wegen suchen, ihr Engagement mit Lebendigkeit, Freude und Resilienz zu gestalten – für euch selbst, eure Community und die Gesellschaft.

Wir tauchten über mehrere Termine hinweg gemeinsam tief in diese Themen ein und konnten von- und miteinander zu lernen. Es gab auch Zeit zum Ausspannen, zum Spazieren gehen und zum Schwimmen im hauseigenen Hallenbad.

Workshop 1: Selbstfürsorge und Empowerment für politisch Aktive

25.-27. Oktober 2024, Käte-Strobel-Haus

  • Selbstreflexion und -Fürsorge
  • Storytelling und Burnoutprävention
  • Biographiearbeit
  • Umgang mit schweren Gefühlen
  • Körperarbeit und Achtsamkeit
  • Naturerfahrung und Verbindung

Workshop 2: Gruppenresilienz und kollektive Fürsorge in Bewegungen

31. Oktober – 3. November 2024, Käte-Strobel-Haus

  • Selbstreflexion und -Fürsorge
  • Gruppen- Biographiearbeit
  • Machtdynamiken und Gruppenprozesse
  • Vertrauensaufbau und Strategie
  • Körperarbeit und Achtsamkeit
  • Naturverbindung

Sneak Preview: Workshop zu gesellschaftlicher Resilienz und Solidarität

22.-24. November 2024

  • Unterdrückungsverhältnisse angehen
  • Diversität, solidarische Prozesse und Bewegungsaufbau unterstützen
  • Resiliente Strukturen und politische Strategien in Krisenzeiten schaffen

Radical Resilience – Einführung in den nachhaltigen Aktivismus

Filmvorführung und anschließender Austauschraum mit den Filmemacher*innen

Samstag 24.08.2024; 17 – 21 Uhr mit Pausen, Naturfreundehaus Köln-Kalk & online auf Zoom. (Onlineveranstaltung mit DGS ab 18:30)

Auf Deutsch, mit Übersetzung in deutsche Gebärdensprache für den hybriden Part, fortlaufender Untertitelung, Technikunterstützung.

Praktische Einführung in den nachhaltigen Aktivismus, Film schauen und Austauschrunde über’s politisch aktiv sein & bleiben. Was raubt uns Kraft? Was behindert uns? Was brauchen wir? Was können wir vom Behinderungsaktivismus lernen? Wie können wir Strukturen schaffen, um uns zu empowern und zu unterstützen?

Die Veranstaltung sollte einen möglichst sicheren Raum für sichtbar & unsichtbar behinderte Menschen, chronisch kranke, neurodivergente… alle von Ableismus betroffenen Menschen bieten. Auch Selbstdiagnostizierte & solche, die sich unsicher sind, ob diese Begriffe auf sie zutreffen, waren willkommen. Der Austausch wurde von den Filmemachenden moderiert, die selbst von Behinderung betroffen sind.

Im Film sprechen Menschen aus verschiedenen Kontexten über ihre Erfahrungen mit Burnout, wie es sich angefühlt hat, was die Ursachen waren und was wir als Individuum und als Gruppe tun können, um zu heilen und vorzubeugen.

Hier geht es zum Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=U1vhZVvy8Cw

Spielworkshop

am 11. und 12. Mai 2024 im Naturfreundehaus Köln Kalk, jeweils von 11-19 Uhr.

Ein Workshop für Verständigung, Begegnung und spielerisches Lernen. Gemeinsam Spiele spielen, Spiele ausdenken und nette, spielfreudige Menschen kennen lernen.

Wir gab eine Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache an. Der Workshop wurd zeichnerisch begleitet, um Zusammenhänge bildlich zu verdeutlichen. 

Wer war eingeladen? Alle Menschen, die Lust haben auf gemeinsames Spielen in einer achtsamen und freundlichen Umgebung. Dazu gehören für uns auch Menschen, die mit Kindern kommen wollen, Jugendliche ab 14 und Menschen mit und ohne Behinderungen.

Wir boten einen Raum, der dazu einlädt, sich auszudrücken und der die Gemeinschaft der Spielenden ins Zentrum rückt.  Gegenseitige Rücksichtnahme und die Frage, was für uns ein gutes Spiel ausmacht liegen uns am Herzen. 

Der Workshop wurde begleitet von „Awareness – aufeinander achten“ bei den Naturfreunden NRW.

Veranstaltet von: Projekt Demokratiefreund*innen NRW der Naturfreunde NRW, die Stärkenberatung und die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW.

2.Aktionstag Barrierefreiheit & Inklusion in Eschweiler

Wie schon im Jahr zuvor luden unter anderem die Naturfreund*innen aus Eschweiler zum Aktionstag Barrierefreiheit & Inklusion ein. Am 4.Mai 2024 von 10 – 14 Uhr gab es an mehreren Lokalitäten, in der Villa Faensen und in der Fußgängerzone, dank vieler Akteur*innen ein breites Angebot. Wir wollten gemeinsam erfahren, was Barrierefreiheit und Zugänglichkeit wirklich bedeutet und freuten uns über Austausch, Erleben und Musik. Das Projekt Demokratiefreund*innen NRW (Projekt für Vielfalt, Resilienz und Teilhabe) unterstützte dabei die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteur*innen, die alle zu selbstbestimmtem Leben ohne Barrieren beitragen.

Die beteiligten Organisationen waren unter anderem der Inklusionsbeirat und Integrationsrat der Stadt Eschweiler, die NaturFreunde Eschweiler, das Projekt Demokratiefreund*innen inklusiv der Naturfreunde NRW, die Caritas Eschweiler, der Gesundheitskiosk der Städteregion Aachen, das Forum21, der Lohner Hof Reit-Therapie e.V., die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung Hörgeschädigter und das Koczyba Sanitätshaus.

In der Villa Faensen gab es außerem noch Infostände und Veranstaltungen von der VHS Eschweiler, Berg Tabor e.V., der EUTH (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) und viele mehr.

„Wasser. Land. Gerechtigkeit“ – Veranstaltung mit Les Soulèvements de la Terre (Aufstände der Erde)

Dürrenotstand in Katalonien, Verteilungskämpfe in Frankreich – Was können wir lernen?

Samstag, 02. März 2024, 19:00 Uhr – 22:00, Naturfreundehaus Köln-Kalk (Kapellenstr. 9a, 51103 Köln-Kalk)

Es wurde aus dem Französischen gedolmetscht

Die Folgen der Klimakrise spitzen sich zu. In Katalonien wurde gestern nach 40 Monaten Dürre der Wassernotstand ausgerufen: Barcelona droht das Trinkwasser dieses Frühjahr auszugehen. Verteilungskämpfe um Wasser oder fruchtbaren Boden gewinnen auch in unserer Region an Heftigkeit. Auch wenn die Jahresniederschlagsmenge prognostisch in Deutschland ähnlich zu bleiben scheint, gehört Deutschland zu den Regionen mit dem höchsten Verlust von Nutzwasser weltweit. Wir können uns auf wochenlange Dürreperioden vorbereiten während zu anderen Zeiten Starkregen und Stürme, sowie zuletzt im Rheinland, für Chaos sorgen. Dazu kommen Vergiftungsgefahren durch immer höhere Abwasseranteile in Flüssen, die von der Industrie eingeleitet werden. Die Wasser-AG der Naturfreunde Köln beschäftigt sich außerdem mit Fragen wie der, was passiert, wenn RWE den Rhein abpumpt, um die Riesenlöcher Garzweiler und Hambach zu fluten?

In Frankreich und in vielen anderen Ländern stehen die Auseinandersetzungen um Land und Wasser im Mittelpunkt des Engagements für Gerechtigkeit. Wir fragen uns: Was können wir hierzulande davon lernen? Wie können Wasser und Land ein entscheidender Baustein für langfristige und starke emanzipatorische Bewegungen im Rheinland sein?

„Wasser gehört uns allen!“ – kollektive Resilienz und Verteidigung eines Gemeinguts

Die beeindruckende Bewegung „Les Soulèvements de la Terre“ (Aufstände der Erde) protestiert erfolgreich gegen zerstörerische industrielle Infrastruktur und für soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung verbindet in ganz Frankreich über 100.000 Kleinbäuer*innen, Gewerkschafter*innen, Bewohner*innen umkämpfter Territorien und progressive Kräfte miteinander. Sie koordinieren sich in einer Dach-Organisation und entwickeln darüber Handlungsfähigkeit. Trotz massiver Repression durch die französische Regierung und Polizei konnten die „Aufstände der Erde“ bis heute weder verboten noch gebrochen werden und stehen als leuchtendes Beispiel für kollektiven Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung.

Mitglieder der Soulévements de la Terre, des lokalen Wasserbündnisses Bassines Non Merci!, der bäuerlichen Gewerkschaft Confédération Paysanne und des Aktionsbündnisses Terres des Luttes sind zu Gast im Naturfreundehaus Köln Kalk. im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wasser.Land.Gerechtigkeit“ werden sie in verschiedenen Regionen Deutschlands über ihre erfolgreiche Organisierung und Mobilisierung sprechen. Das ist eine einzigartige Gelegenheit, von den Erfahrungen dieses starken Bündnisses zu lernen und sich mit Gleichgesinnten transnational zu vernetzen. Lasst uns gemeinsam für Klimagerechtigkeit und eine lebenswerte Zukunft kämpfen! Wir freuen uns auf Euch!

Veranstalter*innen: Demokratiefreund*innen inklusiv, NaturfreundeNRW, Klima*kollektiv e.V., AusgeCO2hlt, Wasser-AG der Naturfreunde Köln.

Ostseesegeltörn

Geschichte verstehen, um Faschismus zu bekämpfen!

Segeln, nette Leute kennen lernen, gemeinsam Abenteuer erleben, auf historische Spurensuche gehen, diskutieren und viel Spaß haben.

21. – 26. April 2024

Wir segelten nach Rügen und Hiddensee  und zurück. Auf Rügen besichtigten wir die von Zwangsarbeiter*innen gebauten Monumentalbauten des Nazi-Programms „NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude“ in Prora; besuchten dort das Dokumentationszentrum und gingen auf Spurensuche: Was steckte hinter dem wahnhaften Projekt der Nazis, „germanische Übermenschen“ züchten zu wollen? Wie hängt das mit aktuellen rechten Phantasien von „Remigration“ zusammen?

Ein Gemeinschaftsprojekt von den Naturfreunden NRW und der Naturfreundejugend NRW.

Der Repression und dem Hass widerstehen – mit Solidarität, Fürsorge und Strategie.

Wochenend-Workshop, 24. – 26. November im Käte-Strobel Hau

„Sich um sich selbst zu kümmern, ist keine Selbstgefälligkeit, sondern Selbsterhaltung, und das ist ein Akt der politischen Auseinandersetzung“. – audre lorde

Unter diesem Motto der schwarzen Feministin Audre Lorde stand das Wochenende zum Umgang mit Repression und Hass

Neben einem methodisch und inhaltlich abwechslungsreichen Programm, lag der Fokus des Wochenendes auf nährendem Selbsterhalt – mit gutem Essen, Spaziergängen, Yoga am Morgen, Schwimmbad und Sauna inklusive. Die Teilnehmenden waren immer wieder eingeladen sich mit sich selbst und den anderen Teilnehmenden einzulassen und zu verbinden. Und auch die Verbindung mit der lebendigen Natur im Bergischen Land ist trotz verschneit eisigem Novemberwetter nicht außen vor geblieben. Entsprechend bot das Programm Raum für Ausdruck von Trauer über gesellschaftspolitische Verhältnisse, einen Sinnesspaziergang, gemeinsames Erforschen, wie staatliche Repression wirkt und was individuelle und kollektive Gegenstrategien sein können.

Einen Umgang mit Repression zu finden in den Unterdrückungssystemen, die viele politisch Aktive (und nicht Aktive) tagtäglich erleben schien ein schweres und sehr persönliches Thema zu sein. Nicht ganz einfach war es daher für das Leitungsteam eine Balance zu finden aus hilfreichen Werkzeugen, gegenseitigem Zuhören und Raum für emotionale Entfaltung, inhaltlichem Input und Flexibilität nach Bedarf der Gruppe. Die Gruppe, ca. zur Hälfte aus Naturfreund*innen und zur anderen Hälfte aus Klimagerechtigkeits- und anti-rassistischen Bewegungen bestehend, erwies sich als besonders divers. Diese Heterogenität, nicht nur in Bezug auf politische Aktivitäten, sondern auch in Hinblick auf Alter (25 – 90 Jahre) und die sogenannten (online) Blasen oder Bewegungsräume, in denen wir uns jeweils aufhalten, wurde nach anfänglichem Eingewöhnen und Einlassen bald zur größten Bereicherung des Wochenendes.

Im Austausch wurde schnell klar, dass bewegungsübergreifende, solidarische Netzwerke stützen und Mut machen, sich weiter für eine klimagerechte und soziale Transformation einzusetzen. Entsprechend wird es im Jahr 2024 einen Wochenendworkshop geben, der spezifisch das Thema bewegungsübergreifende Solidarität und Brückenbildung in den Fokus rückt. Und das ist das politische Selbstverständnis des Projekts Demokratiefreund*innen inklusiv – das Zusammenbringen von verschiedenen Menschen in Räumen des Austauschs, gegenseitigem Zuhören und Miteinanders. Möge diese Arbeit der gelebten Solidarität auch im Jahr 2024 einen wichtigen Beitrag entgegen der gesellschaftlichen Polarisierung und für Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe leisten.

Sensibilisierungsworkshop für Beschäftigte der Naturfreundehäuser in NRW

22.11.2023 im Naturfreundehaus Ebberg

Viele der Workshopteilnehmer*innen waren mit dem Anliegen gekommen, zu lernen, wie sie Menschen mit Behinderungen in den Naturfreundehäusern besser unterstützen könnten.

Nach Inputs und Erlebnisberichten von Referent*innen der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben wurde klar, dass der Wunsch zu „helfen“ oft den Blick dafür verstellt, was behinderte* Menschen wirklich brauchen: Solidarität, Respekt und Priorisierung ihrer Anliegen und Rechte, gerade auch wenn dafür Geld in die Hand genommen werden muss.

Behinderung bedeutet oft, dass gesellschaftliche Teilhabe durch gesellschaftliche Vorurteile, mangelnde Mittel und fehlende Infrastruktur eingeschränkt werden, während viele Betroffene ihre sichtbaren oder unsichtbaren Behinderungen einfach als Teil ihres Lebens wahrnehmen.

Für die Häuser der Naturfreund*innen NRW bedeutet das nachdrücklichen Einsatz und Fundraising für einen barrierearmen Umbau der Häuser, regelmäßige Schulung und Sensibilisierung des Personals und die Einsicht, dass wir nur dann eine gerechte Gesellschaft haben können, wenn wir gesellschaftliche Teilhabe für Alle priorisieren, auch wenn es manchmal ungemütlich wird, wir uns unbequemen Fragen stellen und Geld aufbringen müssen, das schwer zu beschaffen ist.

Film Radical Resilience

Am 21.10.2023 trafen sich 30 sichtbar und unsichtbar behinderte Menschen online, um gemeinsam den Film „Radical Resilience“ anzuschauen. Ihr könnt den Film mit Verdolmetschung in Deutscher Gebärdensprache hier anschauen. Hier gibt es eine Version mit Audiodeskription.

Im Anschluss gab es Austausch und Diskussion mit den Filmemacher*innen, die selbst von Behinderung betroffen sind.

Wir wollen uns in Zukunft einmal im Monat treffen, zum weiteren Austausch über Behinderungsaktivismus und die Strukturen die wir brauchen, um langfristig politisch aktiv sein und bleiben zu können. Es soll aber auch ein Raum sein, wo wir uns einfach gegenseitig zuhören und unterstützen können. 

Wir wollen inklusiver werden - interne Fortbildung

Wir wollen ein inklusiver Verband werden, da sind sich alle einig. Aber wie geht das? Worum geht es dabei? Was sollten wir beachten?

Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, haben wir begonnen uns – d. h. das Hauptamt und den ehrenamtlichen Vorstand – fortzubilden. Mit den Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben haben wir eine hervorragende Kooperationsmöglichkeit dafür gefunden. Nachdem wir uns bereits im Juni zu einem allgemeinen Sensibilisierungs-Workshop getroffen hatten, ging es im zweiten Workshop im August vor allem um Sinnesbeeinträchtigungen.

Die Referentin Melanie Wegerhoff gehört zum Fachbereich „Taubblind“ des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben für Menschen mit Sinnesbehinderungen NRW (KSL-MSi-NRW). Ihre Ausführungen wurden von zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzt. Mit großer Begeisterung lernten wir einige Begriffe und Sätze. Wir erfuhren, dass die Gebärdensprache eine eigene Grammatik hat und dass sie nicht universell ist, sondern jedes Land eigene Gebärden hat und es auch innerhalb von Deutschland Dialekte gibt.

Im zweiten Teil des Workshops konnten wir durch die Nutzung von Hilfsmitteln, erahnen, wie es sich anfühlen könnte, mit einer Sinnesbeeinträchtigung zu leben und sich in einer Welt, die immer noch größtenteils Menschen ohne Beeinträchtigung im Fokus hat, anstatt auf die Bedürfnisse Beeinträchtigter Personen einzugehen, zurechtzufinden. Wir setzten schalldichte Kopfhörer auf und versuchten per „Lippenlesen“ eine Nachricht von einer Person an die andere weiterzugeben. Es zeigte sich, dass es für die meisten Personen sehr schwer ist, Lippen zu lesen, weshalb hörende Personen nicht immer automatisch davon ausgehen sollten, dass dies gehörlosen Personen leichtfällt. Eine Möglichkeit der Kommunikation sind Apps, die Gesprochenes in Schrift umwandeln.

Für die Simulation verschiedener Sehbeeinträchtigung standen Brillen zur Verfügung, die das Sichtfeld entsprechend unterschiedlicher Augenerkrankungen einschränkten – bis hin zur völligen Erblindung. Jeweils zu zweit mit einer sehenden Person versuchten wir uns zurecht zu finden, was sich als sehr herausfordernd darstellte. Für Sehbinderte ist es wichtig, dass helfende, sehende Personen sich neben sie stellen und ihnen ihren Ellenbogen anbieten, auf dem sie ihre Hand auflegen oder unterhaken können.

Wie gehe ich mit Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen um? Wie möchten sie angesprochen werden? Was braucht es für einen guten Umgang? Auch dazu gab es Tipps von der Expertin. Zum Beispiel ist es wichtig, dass Personen, die mit hörbeeinträchtigten Personen kommunizieren und dafür ihren Körper einsetzen, gut sichtbar im richtigen Licht stehen. Außerdem ist es wichtig, das Thema der Unterhaltung zunächst zu benennen und dann in die tiefere Unterhaltung einzusteigen.

Aktionstag in Eschweiler: Orte für alle – Zukunft barrierefrei gestalten!

Das Projekt „Demokratiefreund*innen inklusiv“ setzte zusammen mit der Ortsgruppe Eschweiler und mehreren Kooperationspartner*innen vor Ort setzten ein Zeichen für Barrierefreiheit und Inklusion. Unser Aktionstag fand am 29.04.2023 in der Fußgängerzone von Eschweiler statt.

Um 10:00 Uhr startete der Tag mit einem Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Eschweiler, Nadine Leonhardt, die die Bedeutung von Barrierefreiheit und Teilhabe betonte und dazu aufrief, gemeinsam daran zu arbeiten. Jede Barriere sei eine zu viel! Nach weiteren Grußworten der verschiedenen Akteur*innen und einer Unterhaltungseinlage des Singekreises der Ortsgruppe, wurden die Infostände in der Fußgängerzone besetzt und lockten Besucher und Besucherinnen an. Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzten, wenn nötig.

Der Stand von KSL-Köln und KSl-Msi-NRW (KSL: Kompetenzzentrums selbstbestimmtes Lernen) bot viel Material zum Thema. Hier konnten die Besucher*innen außerdem verschiedene Behinderungen spielerisch nachempfinden. Hierzu lagen Spezial-Brillen bereit, die unterschiedliche Sehbehinderungen nachahmten. Ausgestattet mit dieser Brille und einem Blindenstock wurden die Besucher*innen über einen Parcours geführt, den das Sanitätshaus Koczyba aufgebaut hatte. Hier konnte auch ein „Rollatortraining“ absolviert werden.

Auch die KoKoBe Region Aachen nahm an der Aktionstag teil. Die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle unterstützt Menschen mit Behinderungen dabei, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Der Stand informierte über Beratungsangebote und Möglichkeiten der Unterstützung beispielsweise bei Anträgen.

Die VHS Eschweiler informierte und sensibilisierte für das Thema Analphabetismus und den Umgang damit. Das Thema ist häufig mit Scham besetzt. In ihren Sensibilisierungskursen möchte die VHS zeigen, wie Betroffene erkannt, achtsam angesprochen und unterstützt werden können.

An einem weiteren Infostand informierte die Ortsgruppe Eschweiler zusammen mit dem Projekt „Demokratiefreund*innen inklusiv“ über ihr Engagement. An einer Wandzeitung konnten die Besucher*innen konkrete Ideen und Wünsche zur Inklusion und Barrierefreiheit in Eschweiler notieren.

Auch der Jugendverein „This is us“ war mit einem Infostand dabei. Er engagiert sich rund um das Thema Mobbing und seine Folgen.

Im nächsten Jahr wird es auf jeden Fall wieder einen Aktionstag geben, mit etwas mehr Vorlaufzeit und weiteren Akteur*innen! Wir freuen und darauf.

Alle Veranstalter*innen des Aktionstags: Naturfreunde Eschweiler, Demokratiefreund*innen inklusiv, KoKoBe Region Aachen, „This is us“ Eschweiler, Blinden- und Sehbehindertenverein Städteregion Aachen 1907 e.V., Sanitätshaus Koczyba, KSL-Msi-NRW und KSL Köln.

Integration bei den NaturFreund*innen Hamm-Werries geht in die nächste Runde

„Es ist normal, verschieden zu sein“ war das Thema des im Jahr 2022 stattgefundenen Workshops in der Schutzhütte Zum Eisernen Gustav in der Nähe des Naturschutzgebietes Geithewald. Das Projekt des Naturfreunde Landesverbandes Demokratiefreund*innen inklusiv behandelte vor Ort das Thema Inklusion.

Lebensrealitäten gibt es so viele wie Menschen. Dabei sind Merkmale wie Geschlecht, körperliche Eigenschaften, Sprache, Alter, Herkunft und Sexualität nur kleine Faktoren, die in einer Lebensrealität mitspielen. In unserer Gesellschaft werden Menschen wegen solcher Merkmale im Beruf und in der Freizeit oft ausgeschlossen. Dabei bedeuten gerade diese Unterschiedlichkeiten für unsere Gesellschaft und den Verband einen Zuwachs an Lebensqualität für alle darin agierenden Menschen. Benachteiligung ist menschengemacht und kann nur menschengemacht beendet werden. Dafür müssen wir als Verband mit gutem Beispiel voran gehen.

Die Ortsgruppe Hamm-Werries e.V. möchte hier mit einem kleinen Beitrag zu einer Verbesserung beitragen. Einige Maßnahmenteilnehmerinnen waren am 25. 04. 2023 mit der Lehrkraft und dem Koordinator zu Gast im „Eisernen Gustav“.

In diesem Zusammenhang gab es dann auch Kontakte zu dem Multikulturellen Forum e. V.. Dieses engagiert sich traditionell in Hamm sehr stark auf dem Gebiet der beruflichen Qualifizierung, der Unterstützung von Geflüchteten und Migrant*innen sowie der Kultur und Weiterbildung. Heute Vormittag waren dann einige Teilnehmerinnen aus dem Irak und aus Bulgarien einer Maßnahme des Forums mit der Lehrkraft und dem Koordinator zu Gast in der Schutzhütte. Nach einer Vorstellungsrunde und einer Information über die NaturFreunde ging es dann in das Naturschutzgebiet Geithewald. Es war schön, dass die anfängliche Zurückhaltung in einen regen Austausch über die verschiedensten Themen mündete. Alle Beteiligten sind sich einig, diese Kontakte weiter fortzuführen und zu intensivieren.

Workshop bei den NaturFreunden Eschweiler

‚Es ist normal, verschieden zu sein!‘

Unter diesem Titel veranstalteten die NaturFreunde Ortsgruppe Eschweiler gemeinsam mit den KSL (Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW) einen halbtägigen Sensibilisierungsworkshop am Samstag, 29. Oktober 2022, im Rathaus Eschweiler.

Die Teilnehmenden kommen aus verschiedenen Organisationen und mit ihren unterschiedlichsten Erfahrungen zu diesem Workshop. Mit der Vorstellungsrunde konnte schon gleich auch die Frage angegangen werden „Was bedeutet für mich persönlich ‚Selbstbestimmung‘?“ In einem lebhaften Austausch wurde immer wieder betont, dass sich das Bild von Behinderung in der Gesellschaft verändern muss. Inklusion als Bereicherung für eine Gesellschaft gesehen werden soll und nicht als eine weitere Selektierung. Das leichte Sprache oder besser verständliche Sprache für alle ein Gewinn ist.

Behindert ist man nicht, behindert wird man!

Das KSL-MSi-NRW schulte die Teilnehmer*innen mit den wichtigsten Fakten über Sinnesbehinderung. In Zweier-Teams wurde die nähere Umgebung im und um das Rathaus mit unterschiedlicher Sehbeeinträchtigungen erkundet. Danach wurden die Kommunikationsmöglichkeiten für Menschen vorgestellt mit Hörbeeinträchtigungen. Es wurde die Frage gestellt „Ob es eine einzige Gebärdensprache gibt oder ob jedes Land eine eigene hat? Wie man kommuniziert, wenn das Sehen und das Hören gleichzeitig beeinträchtigt sind?“ Kommunikation sollte auf gleicher Augenhöhe getätigt werden. Zumindest in Ansätzen wurde deutlich, mit welchen Problematiken die Betroffenen in ihrem Alltag zu tun haben.

„Was können wir hier vor Ort tun, um eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen zu gewährleisten?“ Schon die Vielfalt der Teilnehmenden drückte es aus, den Wunsch nach Vernetzung. Im Januar soll es ein Treffen mit weiteren Organisationen und Gruppen geben, Ziel soll die Teilnahme am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2023 in Eschweiler sein.

Workshop bei den NaturFreunde Ortsgruppe Hamm – Werries

„Es ist normal, verschieden zu sein“ war das Thema des am Samstag, 18.06. stattgefundenen Workshops in der Schutzhütte Zum Eisernen Gustav in der Nähe des Naturschutzgebietes Geithewald. Das Projekt des Naturfreunde Landesverbandes Demokratiefreund_innen inklusiv ermöglichte die Zusammenarbeit mit den Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben. Als Moderator stand Projektleiter beim KSL Arnsberg Andreas Tintrup zur Verfügung. Er führte auch in das Thema ein. Ziel sei die soziale Inklusion im Regierungsbezirk Arnsberg zu fördern und Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben in inklusiven Lebensverhältnissen zu ermöglichen. Die Grundlage für unser Handeln sei die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN BRK). Das Ziel sei zu erreichen, in dem

• Strukturen vernetzt,

• Menschen gestärkt,

• Wissen und Information vermittelt,

• Bewusstsein geschaffen,

• qualifizieren und Interessen vertreten,

• Rechte gesichert

würden

Der halbtägige Sensibiliesierungsworkshop sollte die Themen „Menschenrechte“, „Barrierefreiheit“ und „Kommunikation“ bearbeiten. Um Ängste und Vorurteile im Umgang mit Menschen mit Behinderungen sowie ganz konkrete Barrieren vor Ort abzubauen. Die Thematik wurde von Ramona Armbrust für den Fachbereich „Sehen“, von Anna Cebulla für den Fachbereich „Hören“ und von Melanie Wegerhoff für den Fachbereich „Taubblind“ vertieft und durch praktische Beispiele den Ortsgruppenmitgliedern vermittelt. Es wurde zumindest in Ansätzen deutlich, mit welchen Problematiken die Betroffenen in ihrem Alltag zu tun haben. Es war aber auch eine Forderung, die Kommunikation mit ihnen auf gleiche Augenhöhe zu tätigen und sie als selbstbestimmte Individuen zu akzeptieren. Insgesamt war man sich einig, dass es noch sehr viele Personengruppen gibt, die ausgegrenzt würden und ebenfalls in einem weiteren Schritt einbezogen werden müssen.

Die Ortsgruppenmitglieder sahen einerseits Notwendigkeiten, die politisch Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen und die notwendigen Schritte in Kommune, Land und Bund zu veranlassen. Geht es um die Beratungsformen, die gesetzlichen Bauordnungen oder auch lediglich die Teilhabe am tagtäglichen Leben. Die Naturfreunde möchten ihr Vereinsgelände auch diesem Bevölkerungsteil öffnen und damit zu einem Ort der Kommunikation werden. Hier werden sicher zukünftig Kontakte gesucht, um alle Möglichkeiten der Ortsgruppe auszuloten. Dazu wird aber noch eine interne Diskussion unter Mithilfe der Projektmitarbeiter des Landesverbandes Malte Stocker und Mareike Götzinger sowie des Kompetenzzentrums Selbstbestimmtes Leben stattfinden, um die klaren Positionen und Ziele festzulegen und die Wege der Umsetzung zu erörtern.

Am Rande wurde auch die Planung zum Naturlehrpfad angesprochen. Hier wird die Diskussion auch noch in die Planungsgruppe fortgeführt.

Ein ausgesprochen erfolgreicher Tag, eine gute Veranstaltung bei herrlichem Wetter in einer kleinen, aber feinen Schutzhütte der NaturFreunde Hamm-Werries mit einer insgesamt guten Beteiligung.

   

Rolli-to-Go Gruppe Leverkusen

Die Rolli-to-Go Gruppe aus Leverkusen trifft sich regelmäßig in der Begegnungsstätte „Einfach Da“ um von dort aus zu Tagesreisen aufzubrechen. Bei den Tagesausflügen sind Menschen mit und ohne Behinderung herzlich willkommen!

Während der letzten zwei Corona-Jahre hat sich ein kleiner Kern jeden Freitag zu Radtouren verabredet. Diese Touren, welche nicht nur Tages- sondern teilweise auch Mehrtagesfahrten waren, führten nicht selten auch zum Naturfreundehaus in Neuenkamp. Der Gruppe ist das Naturfreundehaus gut bekannt, da viele aus der Rolli-to-Go Gruppe selbst Naturfreund*innen sind.

Doch der Zwischenstopp im Naturfreundehaus Neuenkamp führt, wie an so vielen Stellen in unserer Gesellschaft zu Problemen. Duschen und Toiletten finden sich im Keller, die Schlafräume im Obergeschoss. Ohne Aufzug oder wenigstens einer Rampe ist es ein großer Kraftakt bzw. schier unmöglich für die Rolli-Fahrer*innen in die Räumlichkeiten zu gelangen.

Der Ortsgruppe, die das Haus betreut, ist das Problem natürlich bekannt, aber wie sollen sie mit ihren begrenzten, finanziellen Möglichkeiten diesem Problem entgegenwirken?

Diese und weitere Fragen zum Thema Barrierefreiheit widmen wir uns beim Inklusions-Workshop den wir nun auch mit der Ortsgruppe vor Ort im Naturfreundehaus anbieten. Vielleicht entsteht etwas in diesem Workshop und die Rolli-to-Go Gruppe kann in Zukunft ohne große Einschränkungen auf ihren Touren regelmäßig im Naturfreundehaus einkehren. 

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