Bereits in den letzten Ausgaben unseres Newsletters berichteten wir über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen Die NaturFreunde und Frieden und NaturFreunde und Zukunft der vergangenen Landesversammlung. In diesem Newsletter folgt der Bericht zur dritten Arbeitsgruppe NaturFreunde und Mitglieder: Wie erarbeiten wir ein gemeinsames Konzept.
Die Teilnehmenden beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie neue Mitglieder für den Verein gewonnen und langfristig eingebunden werden können. Ziel war es, Bedürfnisse potenzieller neuer Mitglieder zu identifizieren, bestehende Hürden zu benennen und erste Ideen für ein ganzheitliches Mitgliedergewinnungskonzept zu sammeln.
Das Thema wurde anhand von 3 Leitfragen diskutiert: 1. Was brauchen neue NaturFreundemitglieder, um sich wohlzufühlen? 2. Wie könnte ein neues Mitgliedergewinnungskonzept aussehen, das alle Ebenen verbindet? 3. Warum sind viele Menschen, die wir kennen, (noch) keine NaturFreundemitglieder?
Die Diskussion machte deutlich, dass eine aktive und wertschätzende Willkommenskultur eine zentrale Rolle spielt. Neue Mitglieder möchten dort abgeholt werden, wo sie aktuell stehen, und sich möglichst schnell als Teil der Gemeinschaft fühlen. Dafür ist eine aktive Integration in die Gruppe ebenso wichtig wie eine persönliche Ansprache. Zudem sollten neue Mitglieder frühzeitig in Aktivitäten und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Eine zugewandte und offene Kommunikation zwischen Jung und Alt trägt wesentlich zu einem positiven Miteinander bei. Gleichzeitig braucht es Raum für eigene Ideen, Interessen und Fähigkeiten sowie klare Perspektiven, insbesondere für junge und neue Mitglieder. Ergänzt wird dies durch vielfältige Angebote wie Gruppenabende, Sportangebote und Kooperationen mit anderen Vereinen.
Im zweiten Schritt wurden Ansätze für ein neues Mitgliedergewinnungskonzept diskutiert. Dabei entstand die Idee eines „Bausteinkastens“, der flexible und zielgruppengerechte Angebote ermöglicht. Dieser soll offene Angebote für Interessierte ebenso umfassen wie exklusive Angebote nur für Mitglieder. Darüber hinaus sind spezifische Angebote für unterschiedliche Lebensphasen sowie besondere Formate für junge Menschen und junge Familien vorgesehen. Ein solches Konzept zielt darauf ab, alle Ebenen des Vereins miteinander zu verbinden und sowohl den Einstieg als auch ein langfristiges Engagement zu erleichtern.
Im Workshop wurden zudem verschiedene Gründe herausgearbeitet, warum viele Menschen bisher keine Mitglieder sind. Dazu zählen unter anderem der geringe Bekanntheitsgrad der NaturFreunde, zu wenige oder unregelmäßige Angebote in vielen Ortsgruppen sowie das Gefühl, dass der Mitgliedsbeitrag nur eine geringe konkrete Gegenleistung bietet. Außerdem spielen unterschiedliche Interessen und sehr heterogene Strukturen eine Rolle. Hinzu kommen zeitliche Einschränkungen, insbesondere bei jungen Menschen durch Beruf und Familie, sowie eine teilweise als unzureichend empfundene Willkommenskultur.
Im Fazit und Ausblick wurde deutlich, dass erfolgreiche Mitgliedergewinnung eng mit einer gelebten Willkommenskultur, aktiver Kommunikation sowie attraktiven und zielgruppengerechten Angeboten verknüpft ist. Für die Zukunft empfiehlt es sich, die im Workshop gesammelten Ideen weiter auszuarbeiten und in ein konkretes, praxisnahes Konzept zu überführen.
Zum Abschluss formulierten die Teilnehmenden bewusst zugespitzte Schlagzeilen, die als Leitlinien für die weitere Arbeit dienen können. Dazu zählen die Herausgabe eines Best-Practice-Katalogs durch die Naturfreunde, ein intensivierter und ausgeweiteter Austausch zwischen den Ortsgruppen sowie die Veröffentlichung eines Baukastens zur Mitgliedergewinnung. Darüber hinaus sollen die NaturFreunde aktiv nach Bündnispartnern suchen und die Ortsgruppen offensiv in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehen.
Als Gewinnerinnen wurden schließlich die Schlagzeilen Flagge zeigen und Mut zum Ehrenamt benannt. Sie stehen einfach genau dafür was wir NaturFreund*innen sind.
