Am Sonntagvormittag, den 16. August 2026, wurde im Garten des Naturfreundehauses Fritz-Bohne in Gelsenkirchen fleißig gegärtnert. Mit viel Freude und Engagement entstand an diesem Tag ein kleines Paradies für Insekten, Igel und andere Gartenbewohner*innen.
Die ökologische Aufwertungsaktion wurde im Rahmen des Umweltschutzprojektes „Wissen.Wirken.Wandeln.“ (gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW) organisiert und gemeinsam mit den Teilnehmenden des Workshops „Wilde Stadtnatur“ umgesetzt. Der Workshop wurde vom Naturschutzprojekt „Wissen.Teilen.Gestalten.“ (gefördert durch die NRW-Stiftung) ausgerichtet. Fachlich unterstützt wurde die Aktion außerdem von einer Fachberaterin des Naturgarten e. V., die die insgesamt 16 Teilnehmenden anleitete und mit ihrem Fachwissen unterstützte.
Ein Garten für Mensch und Tier
Am Naturfreundehaus wird derzeit eine Umwelt-AG aufgebaut. Ehrenamtliche beschäftigen sich dort mit Themen rund um Artenschutz und Nachhaltigkeit. Besonders für ein insekten- und tierfreundliches Gärtnern war die Begeisterung groß. Gemeinsam wurde überlegt, welche Bereiche am Haus ökologisch aufgewertet werden können – und welche Tiere davon profitieren.
Bei der ersten Aktion wurde deshalb an vielen Stellen gleichzeitig angepackt: Die alte Lohre wurde bepflanzt, ein Schattenbeet und ein Sandarium entstanden, Nisthilfen für Wildbienen wurden vorbereitet und es wurde ein Igelhaus gebaut.
Die Lohre wird zum Blütenparadies
Ein besonderer Blickfang im Garten ist eine alte Lohre. Sie erinnert an die Bergbau- und Tagebaugeschichte Gelsenkirchens und bekommt den ganzen Tag viel Sonne ab. Künftig soll hier ein hitzetolerantes und insektenfreundliches Staudenbeet entstehen.
Dafür wurden zahlreiche heimische ein- und mehrjährige Wildstauden gepflanzt. Dazu gehören unter anderem Aufrechter Ziest, Natternkopf, Königskerzen, Karthäusernelke, Stein- und Grasnelke, Zypressenwolfsmilch, Taubenskabiose, Echte Goldrute, Kugelblume, Horn- und Hasenklee, Goldaster und Oregano.
Damit die Pflanzen gute Bedingungen vorfinden, wurde die Lohre zunächst gründlich vorbereitet. Unnötiges Gehölz wurde entfernt, die Erde umgegraben und mit kompostreicher Blumenpflanzerde sowie etwas Maurersand verbessert. So entstand ein lockeres und durchlässiges Substrat, in dem die neuen Pflanzen gut anwachsen können.
Ein Schattenbeet für besondere Pflanzen
Auch an der Mauer unterhalb der Terrasse bekam der Garten ein neues Gesicht. Dort wurde ein Schattenbeet angelegt. Klebriger Salbei, Brauner Storchenschnabel, Salbeigamander, Purpur-Steinsame, Knotige Braunwurz und Walderdbeeren fanden hier einen neuen Platz.
Der bereits vorhandene Farn durfte natürlich stehen bleiben. Schließlich ist auch er ein wertvoller Bestandteil des neuen, naturnahen Beetes.
Ein Zuhause für Wildbienen
An einer besonders sonnigen Stelle an der Mauer entstand außerdem ein kleines Sandarium. Dafür wurde eine Fläche ausgehoben und mit Mauersand gefüllt. Der feine Sand mit einer Korngröße von 0 bis 2 Millimetern wird von vielen Wildbienen gerne für die Eiablage genutzt.
Direkt daneben wurden zwei dicke Eschenstämme aufgestellt. Zuvor waren sie in mühevoller Arbeit sorgfältig mit zahlreichen Löchern versehen worden. Zusammen mit dem Sandarium bieten sie künftig zusätzliche Möglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten, geeignete Nistplätze zu finden.
Ein neues Zuhause für den Igel
Auch an den Igel wurde gedacht. Auf dem Gelände gibt es viele Bäume und im Herbst reichlich Laub – ideale Bedingungen für die stacheligen Gartenbewohner. Damit Igel überhaupt in den Garten gelangen können, gibt es im Zaun bereits eine kleine Aussparung.
Nun kam ein weiteres Angebot hinzu: ein eigenes Igelhaus. Dafür wurden einige Pflastersteine und eine Steinplatte benötigt. Mit dem neuen Unterschlupf steht den Igeln künftig ein geschützter Platz im Garten zur Verfügung.
Gemeinsam anpacken und die Umwelt gestalten
Die Aktion hat gezeigt, wie viel sich mit gemeinschaftlichem Engagement bewegen lässt. Mit einfachen Maßnahmen wurden innerhalb von drei Stunden verschiedene Lebensräume geschaffen und vorhandene Bereiche ökologisch aufgewertet.
Dabei stand nicht nur die Arbeit im Garten im Mittelpunkt. Gemeinsam planen, pflanzen, bohren, bauen und sich über naturnahes Gärtnern austauschen – all das machte den Vormittag zu einem gelungenen Auftakt für die neue Umwelt-AG am Fritz-Bohne-Haus. Wer Lust hat, vor Ort am Naturfreundehaus Fritz-Bohne mitzuwirken, kann sich gerne an unsere Umweltreferentin Adriana August wenden.


